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In Memoriam: Peugeot 306 Husky

RIP Peugeot 306

Nach einem knappen Jahrzehnt und dank Heimbüro lediglich 59.300 gefahrenen Kilometern habe ich mich von meinem Gefährt(en) getrennt. Es folgt ein kurzer Nachruf.

Der Peugeot war in seinem früheren Leben ein ÖAMTC Dienstwagen, der bereits 78.000 Autobahnkilometer am Buckel hatte, als ich ihn in der Familie willkommen hieß. Diese ließ er sich aber kaum anmerken und hat mich brav des öfteren nach Italien, Deutschland, in die Slowakei und dankenswerterweise Weise auch immer wieder zurückgebracht. Dem Pickerl wären diesmal allerdings Reparaturen vorangegangen, deren Kosten auch beim besten Freundschaftspreis den Wert des Wagens bei weitem überstiegen hätten. Insofern eine einfache Rechnung und keine schwierige Entscheidung, auch wenn ich meinen treuen Begleiter doch sehr ins Herz geschlossen hatte. Lustig, wie man zu einem Auto eine emotionale Bindung aufbauen kann. Dabei habe ich bis dato wesentlich mehr Zeit auf meinem Bürosessel als hinterm Steuer verbracht und dem stehe ich – zugegebenermaßen unfairerweise – ziemlich indifferent gegenüber.

Der Blick zurück

Ich war neugierig, was mich das Auto insgesamt gekostet hat und habe eine kleine Tabelle zusammengestellt. Die meisten Posten konnte ich dank aufgehobener Rechnungen gut nachvollziehen, Benzinkosten habe ich anhand der Durchschnittswerte der letzten Jahre berechnet. Nicht in diese Aufstellung inkludiert wurden mangels Aufzeichnungen unzählige Kurzparkzonen, Parkgaragen und vereinzelte Strafzettel, man darf also von einer etwas höheren Dunkelziffer ausgehen.

Versicherung 6.800,– €
Kauf 6.500,– €
Privatgarage 5.300,– €
Pickerl/Service/Reparaturen 4.600,– €
Benzin 4.500,– €
ÖAMTC 800,– €
Vignetten 700,– €
Gesamt 29.200,– €

Mein Wagen hat mich also in den knapp 10 Jahren mehr als 29.000 Euro gekostet, umgerechnet und versinnbildlicht habe ich bei jedem gefahrenen Kilometer 50 Cent auf die Straße geworfen. Einen stolzen, vollkaskoversicherten Besitzer eines Bonzenpanzers SUV werden diese Kosten jetzt wohl nicht sonderlich erschrecken, für mich persönlich passt dieses Preis-/Leistungsverhältnis trotzdem nicht. Die Male, wo ich in letzter Zeit das Auto wirklich gebraucht habe, kann ich an einer Hand abzählen. Der Rest war Gewohnheit, Bequemlichkeit und Luxus.

Der Blick nach vorne

Da ich derzeit nicht bereit bin auch nur einen Cent in ein Auto, das durch die veraltete Technologie der fossilen Brennstoffverwertung bewegt wird, zu investieren und alternative Antriebsarten (bzw. deren Infrastruktur) noch in den Kinderschuhen stecken, wird wohl in absehbarer Zeit kein neues angeschafft. Brauchbare Alternativen gibt es ja genug:

Ich werde jedenfalls jede dieser Alternativen testen und gegebenenfalls hier darüber berichten.

Der Schulterblick

Nicht in der obigen Liste aufgetaucht aber in den wärmeren Monaten meine liebste Alternative: Meine hübsche, nackte Hornisse – das einzige Zugeständnis an fossile Brennstoffe, das ich derzeit gelten lasse. Also liebe hinterbliebenen Autofahrerinnen und Autofahrer: Bitte immer brav blinken und den Schulterblick tätigen, wir wollen ja keine Kratzer im Lack, gell?

Honda Hornet