„Games Don’t Kill” Vernissage am 15. Juni

Am 15. Juni 2009 findet im Museumsquartier (Quartier für Digitale Kultur, Raum D) ab 19 Uhr eine Vernissage zum Thema „Games Don’t Kill” statt. Gezeigt werden Bilder aus der von Jana Herwig und Harald Eckmüller gegründeten Flickr-Gruppe, die als Reaktion auf die scheinheilige Killerspiel-Diskussion nach einem Amoklauf in Deutschland entstand und bereits 80 Statements gesammelt hat. Angesichts solcher Meldungen aktueller denn je.

Ab 18. Juni sind die Bilder dann in Form einer Austellung ebenfalls im Museumsquartier im Transforming Freedom Raum / Quartier 21 zu bewundern. Weitere Informationen gibt es im Presse-Blog der Veranstalter Skill3D.

Das war mein Beitrag zu dieser Aktion:

Games don't kill

Die Grünen: Nachwehen und Vorwahlen

Die Nachwehen

Katerstimmung bei den österreichischen Grünen: Entgegen dem erfreulichen europäischen Trend zu mehr Grün hat die Partei auch bei der EU-Wahl letzten Sonntag wieder massig Stimmen verloren und das zweite Mandat gerade noch halten können. Ein knappes Viertel der grünen Wählerinnen und Wähler von 2004 machte das Kreuzerl diesmal lieber woanders.

Eine ziemlich unvorbereitete Klubobfrau Eva Glawischnig war am 9. Juni zu Gast bei Armin Wolf in der ZIB 2, analysierte das Wahldebakel und zeigte auch schön auf, wo das grundsätzliche Problem liegt:

Ich glaube, dass es vorwiegend daran liegt: Wir verstehen uns zwar als politische Alternative zu einem System, zu SPÖ und ÖVP, aber viele Menschen nehmen uns nicht als Alternative wahr. Es hat viele Protestwähler [und] Protestwählerinnen gegeben, die die Grünen nicht wahrgenommen [haben], als Alternative zum politischen System. Um das wieder klarer darzustellen, dass wir eine echte Alternative sind, nicht nur was die Inhalte, sondern auch was den Stil betrifft, ist glaub ich eine wichtige Voraussetzung, um wieder erfolgreich zu sein.

Liebe Grüne, bitte hört doch endlich auf, euch auf Protestwählerinnen und -wähler zu konzentrieren. Ihr wollt keine Wählerinnen und Wähler, die gegen etwas sind und diesmal deswegen euch wählen, ihr wollt diejenigen, die euch für eure Werte und Inhalte wählen! Ihr wollt keine Alternative sein, sondern die erste Wahl! Nur dazu müssen eure Inhalte auch präsent sein, verständlich formuliert und effektiv kommuniziert werden.

Eine Inhaltslosigkeit wie beim müden Wahlkampf von Frau Lunacek inklusive wirklich schlechter Sujets darf nicht mehr vorkommen. (Übrigens hatten 2008 die grünen Anhängerinnen und Anhänger viel bessere Plakat-Ideen.) Personalfragen á la Voggenhuber sollten nicht mehr an den Wählenden vorbei entschieden werden, mühsam hin oder her. Neue, frische Gesichter sollten in der Partei aufsteigen dürfen, um ebenso neue, frische Ideen einbringen zu können, die dringend notwendig sind.

Und genau da setzen die Grünen Vorwahlen an.

Die Vorwahlen

Grüne Vorwahlen LogoWer wider Erwarten noch nichts davon gehört hat: Die Initiatorin und Initiatoren der Grünen Vorwahlen versuchen die Partei ein wenig zu öffnen um Ende 2009 bei der Zusammensetzung der Liste für die Gemeinderatswahl 2010 mit möglichst vielen Sympathisantinnen und Sympathisanten mitbestimmen zu können. Möglich ist das durch den sogenannten „UnterstützerInnen-Status”, der so – übrigens in Österreich einzigartig – in den Statuten festgelegt ist. Weitere Informationen darüber findet ihr hier.

Jetzt sollte man meinen, dass eine strauchelnde Partei die mittlerweile hunderten Unterstützerinnen und Unterstützer mit offenen Armen empfängt und sich über so viel Engagement freut. Leider nein. Die Aktion traf die Partei völlig unvorbereitet, man war etwas ratlos, wie damit umzugehen wäre. Auf einige prominente Untersützungserklärungen, wie zum Beispiel von Christoph Chorherr, folgten viele negative Rufe, hauptsächlich geprägt von Machtverlustängsten, Misstrauen und Ignoranz, so zumindest mein Eindruck, der sich auch durch die Podiumsdiskussion zu diesem Thema und die darin getätigten Aussagen verstärkt hat.

Nach Monaten wurde ich schließlich als Unterstützer angenommen, vielen Dank dafür, andere jedoch haben eine Absage aus teilweise fadenscheinigen Gründen erhalten, was wiederum auf sehr viel Unverständnis stößt.

Liebe Grüne, hört bitte mit dem Theater auf und nutzt diese Chance, die euch da am Silbertablett präsentiert wird. Eine Chance auf mehr Dynamik, mehr Partizipation und ein Gegengewicht zur immer größer werdenden Politikverdrossenheit. Die Fülle an Blogbeiträgen, Tweets, Kommentaren und auch das große Medienecho zeigen, dass hier ungeahnte politische Energien vorhanden sind, die es endlich produktiv zu nutzen gilt. (Auch die Entstehung der Sollbruchstelle basiert übrigens zu einem großen Teil auf den Ereignissen rund um die Vorwahlen. Und ich bin nur ein Unterstützer.)

So wie in den letzten Jahren kann es jedenfalls nicht weitergehen und die Grünen Vorwahlen sind eine reelle Möglichkeit, den Kurs in eine positivere Richtung zu ändern.

P.S.: Ich bin dem Ruf von Franz Joseph gefolgt und habe ebenfalls T-Shirts zu den Grünen Vorwahlen entworfen. Es gibt jetzt einen Flickr-Pool, wir freuen uns auf weitere Ideen!

BAWAG – Bauernfänger für Arbeit und Wirtschaft?

BAWAG Logo

„Die neue Bank. Die neue BAWAG.” Dieser Spruch und ein recyceltes neues Logo sollen signalisieren, dass die Zeit der Skandale vorbei sei und man wieder Vertrauen vorschießen darf. Nicht ganz berechtigt, wie ich finde, denn vor einiger Zeit habe ich einen Brief von der BAWAG erhalten, in dem mir eine Umstellung auf das sogenannte „Konto für Preisbewusste” angeboten wurde. Ich müsse für den Wechsel nichts weiter tun, alles würde für mich erledigt. In dicken Lettern wird damit geworben, dass ich dann nur 8,50 € Kontoführungskosten pro Quartal zu zahlen hätte.

So weit, so gut.

Bei näherer Betrachtung zeigt sich allerdings ein ganz anderes Bild. Auf der Rückseite des Briefs stehen mit ausgegrauter Schrift eine URL und ein Passwort, mit deren Hilfe man zu einem PDF gelangt, das einen direkten Vergleich des jetzigen Kontos mit dem Konto für Preisbewusste zeigt. Zur besseren Übersicht habe ich die geänderten Posten hier zusammengefasst:

Alt Neu
Kontoführung 10,37 € pro Quartal 8,50 € pro Quartal
Autom. Buchungen 0,08 € pro Buchung nach 30 Freibuchungen 0,15 € pro Buchung nach 30 Freibuchungen
Man. Buchungen 0,22 € 1,00 €
Man. Nachbearbeitung 0,14 € 1,00 €
Habenzinsen 0,25% 0,125%
Sollzinsen 9,50% 13,25%
Sollzinsen (Einkaufsreserve) - 4,50%

Statt 10,37 € würde ich also pro Quartal in Zukunft 8,50 € bezahlen, das ist nach Adam Riese ein Unterschied von 1,87 €. Diesen immensen Preisvorteil bezahle ich allerdings mit der Hälfte meiner Zinsen, der knappen Verdoppelung der Gebühren für automatische Buchungen, der knappen Verfünffachung bei manuellen Buchungen und der Versiebenfachung bei manueller Nachbearbeitung automatisierter Buchungen. Zum Abschluss gibt es noch eine saftige Erhöhung der Sollzinsen um 3,75%. Weitere Sollzinsen fallen bei Überziehung der sogenannten „Einkaufsreserve” an, also wenn ich meinen Überziehungsrahmen noch weiter ausdehnen möchte. Damit wären wir nun insgesamt schon bei 17,75% Sollzinsen. Liebe BAWAG, erklärt mir doch bitte, wie dies eine „speziell auf meine Bedürfnisse zugeschnittene Lösung” sein soll!?

Transparenz?

Dieses Ergebnis ist für mich auch gleich ein zarter Hinweis darauf, warum der direkte Vergleich nicht vorab dem Brief hinzugefügt wurde und der Vergleichslink ausgegraut auf der Rückseite zu finden war. (Übrigens verfügen in Österreich noch immer rund 30% der Bevölkerung über kein Internet.) Meiner Meinung nach wird hier eine Kostentransparenz möglichst gut versteckt und mit der Tatsache gerechnet, dass es meist nicht in der menschlichen Natur liegt, Kleingedrucktes zu lesen. Auch die Arbeiterkammer Vorarlberg hatte diese äußerst fragwürdige Vorgehensweise der Bank deutlich kritisiert.

Konsumentenschutz

Aufgrund der schriftlichen Bekanntgabe und der angemessenen Einspruchsfrist ist das Vorgehen der BAWAG zumindest laut § 6 Abs. 1 Z 2 des Konsumentenschutzgesetzes in Ordnung, welches besagt, dass Schweigen nicht ohne Weiteres als Zustimmung zu deuten sei. Dieser Paragraph ist übrigens praktisch um aus allzu klammernden Abonnements oder Versicherungen herauszukommen, die eben ohne diesen Hinweis und Einspruchsfrist automatisch verlängert wurden.

Fazit

Möchte man nicht auf das vorgeschlagene Konto umgestellt werden, genügt ein schriftlicher Widerspruch, der innerhalb von sechs Wochen ab Zustellungsdatum der Mitteilung der BAWAG bei einer Filliale einlangen muss. Die Arbeiterkammer rät zu einem eingeschriebenen Brief, um etwaigen Streitfällen vorzubeugen. Ich für meinen Teil habe schon länger überlegt, die Bank zu wechseln, insofern bin ich für diese Entscheidungshilfe sehr dankbar.

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